Bad Beats oder das Glück beim Poker
Filed in Full Tilt Poker |„Alles Betrug“ oder „Das gibt’s doch nicht“ sind nur 2 Ausrufe die man, meist in englischer Sprache, in so ziemlich jeder Chatbox eines Pokerrooms lesen kann. Doch was ist überhaupt ein Bad Beat? Und wie hoch ist der Glücksfaktor beim Poker?
Standardmäßig spricht man von einem Bad Beat, wenn ein Spieler eine Hand, bei der er mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich mehr als 80% Favorit war, doch verloren hat. Zum Beispiel hält ein Spieler Asse, und ein anderer AJ. Beide gehen vor dem Flop All-In. Sollte der erste Spieler nun doch verlieren (zum Beispiel weil 2 Buben erscheinen) spricht man von einem Bad Beat, da er 91% Favorit war diese Hand zu gewinnen. Natürlich hatte der erste Spieler in dieser Hand sehr viel Pech, doch wenn man die gleiche Situation 100 Mal erlebt, passiert dieses Ergebnis nun mal statistisch gesehen 9 Mal, und an diese 9 Mal erinnert sich der Mensch mit seinem selektiven Gedächtnis natürlich eher als an die 91 Mal, wo er gewonnen hat. Dies wird nämlich als selbstverständlich angesehen.
Eigentlich sollte man sich über Bad Beats nicht aufregen, da sie oft ein Indikator für das schlechte Spiel der Gegner sind, durch das man selber langfristig Gewinn machen wird, und dies ist ja gerade das Ziel des Pokern, Gegner zu Fehlern zu verleiten, die für einen selber profitabel sind. Trotzdem haben einige Spieler das Gefühl, das Bad Beats Online häufiger vorkommen. Dies ist natürlich kompletter Schwachsinn, lässt sich allerdings auf 3 Aspekte des Online Pokern zurückführen. Als Erstes spielen die meisten Spieler Online sehr viel mehr Hände als Live, was dementsprechend mehr Bad Beats nach sich zieht, die in der selektiven Erinnerung haften bleiben. Zusätzlich gibt es viele schlechte Spieler, die trotz schier aussichtsloser Lage bis zum Ende in der Hand bleiben, wodurch natürlich mehr Bad Beats entstehen als Live, wo man oft gegen bessere Gegner spielt, die einfach folden, wenn ihre Chancen zu schlecht sind. Als letzter Aspekt fördert die Anonymität des Internets scheinbar mehr Bad Beats, da die Schamgrenze sinkt und man sich nicht live rechtfertigen muss oder die Blicke der anderen Spieler ertragen muss, wenn man ein schlechtes Play gemacht hat.
Zuletzt möchte ich noch kurz etwas zu den Mischverfahren der Online Pokerrooms etwas sagen. Diese sind durch verschiedene zufällige Ereignisse und Mischverfahren oft deutlich besser gegen Betrug geschützt, als Live Pokerrunden. Daher sollte man bei ein paar Bad Beats nacheinander nicht gleich das ganze System infrage stellen.
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